• Veröffentlicht: 07.03.2016
  • Auf SciViews seit: 28.03.2016
  • Sprache: deutsch
  • Laufzeit:
    0:13:04
Geologie

Wozu gefrorener Boden gut ist

Permafrost bedeckt bis zu einem Viertel der irdischen Landfläche. Taut der Boden aber auf, weil sich die Erde erwärmt, lauern vielfältige Gefahren.

Vom SciViews-Autor

Uns Bewohnern der gemäßigten Breiten erscheint das Phänomen des Permafrosts fern und meist nicht sonderlich von Interesse. Doch zu Unrecht, wie dieser animierte Film verdeutlicht. Permafrost, also Boden, der durchgängig mindestens zwei Jahre lang gefroren ist – in Sibirien etwa kann das bis in 1500 Meter Tiefe der Fall sein –, kommt auf unserem Planeten gar nicht so selten vor, wie man vermuten würde. Besonders in den kalten Klimazonen der hohen Breitengrade und in den Hochgebirgen ist dieser Bodentyp weit verbreitet. Insgesamt erstreckt er sich über gut 20 bis 25 Prozent der irdischen Landfläche. Grönland zum Beispiel ist zu über 99 Prozent von Permafrostböden bedeckt, Alaska zu 80, Russland zu 50 und China immerhin noch zu 20 Prozent.

Dieses rund 13-minütige, gut gelungene Erklärvideo des Alfred-Wegener-Instituts macht auch die vielfältigen Gefahren deutlich, die sich aus einem sich wandelndem Klima für diesen Bodentyp ergeben – und für alle, die auf ihm wohnen. Denn die Folgen längerer Auftauperioden und verkürzten Gefrierens, wie sie die Erderwärmung mit sich bringt, sind enorm. Ohne das im Boden befindliche Eis verliert der Boden seine Stabilität, wird wasserdurchlässig und gerät in Bewegung. Daneben hat der Permafrost auch selbst Einfluss auf das Klima, denn in ihm sind große Mengen an klimarelevanten Gasen gespeichert. Werden sie beim Auftauen frei gesetzt, kann es zu einer sich selbst verstärkenden Rückkopplung kommen.

Schön, dass der Film auch auf zuweilen paradox anmutende Ergebnisse der bisherigen Forschung hinweist und so klar macht, dass der Permafrost für die Wissenschaft noch viele Fragen bereit hält.

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