• Veröffentlicht: 03.09.2014
  • Auf SciViews seit: 27.02.2016
  • Sprache: englisch
  • Laufzeit:
    0:04:10
Kosmologie

Unsere Adresse im All

Die Milchstraße gehört neuen Messungen zufolge zum Galaxien-Supercluster Laniakea. Der Superhaufen ist nicht nur viel größer als bisher angenommen – dank neuer Berechnungen kennen Astrophysiker nun auch die genaue Position unserer Galaxie darin.

Vom SciViews-Autor

Unsere Sonne ist nur ein Stern unter einigen hundert Milliarden in unserer Milchstraße. Die Milchstraße ihrerseits gehört zur "Lokalen Gruppe" – einem Galaxienhaufen, zu dem noch einige andere Galaxien zählen. Dieser Galaxienhaufen wiederum ist Teil des Superhaufens Laniakea, einem Zusammenschluss von rund 100 000 Galaxien. Solche Superhaufen sind die größten bekannten Strukturen im Universum. Dieses von der Nature Publishing Group produzierte Video zeigt, wo in dieser gigantischen Struktur wir uns neuen Beobachtungen zufolge befinden – nun können wir sozusagen unsere Adresse im All angeben.

Der kurze Film setzt die unglaublichen, jede Vorstellungskraft sprengenden Dimensionen wunderbar in Perspektive. Er veranschaulicht die Tiefen des Alls mit didaktisch gelungenen Animationen und bleibt trotzdem nahe an der Wissenschaft. So kann sich auch ein Laie ein hervorragendes Bild davon machen, wie weit die astronomische Forschung bereits fortgeschritten ist und welche gigantischen kosmischen Materieansammlungen Astronomen mittlerweile dreidimensional kartografieren können.

Der Name, den die Astronomen unserem Galaxien-Superhaufen gegeben haben, stammt übrigens aus dem Hawaiianischen – die Pazifikinsel ist aufgrund der dort herrschenden guten Beobachtungsbedingungen Standort vieler wichtiger Teleskope. Er ist mehr als passend gewählt: Laniakea bedeutet "unermesslicher Himmel". In der Tat ist dieser Superhaufen sehr viel größer als früher angenommen. Mittlerweile können Astronomen sogar die Materieströme in diesem Superhaufen messen und so genannte Strömungspfade zeichnen, an denen sich ganze Galaxienhaufen entlang bewegen.

Auch dies stellt das Video in beeindruckender Klarheit dar – angenehm erzählt, dramaturgisch gut gemacht und musikalisch passend unterlegt. Ein Referenzvideo für Wissenschaftskommunikation.

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