• Veröffentlicht: 12.06.2015
  • Auf SciViews seit: 25.08.2015
  • Sprache: englisch
  • Laufzeit:
    0:58:34
Raumfahrt

Sonde mit Vorgeschichte

Die NASA hat eine aufwändige Dokumentation über die Pluto-Mission New Horizons ins Netz gestellt.

Vom SciViews-Autor

Planetenforscher brauchen manchmal sehr viel Geduld. Denn was am 14. Juli 2015 in wenigen kurzen Momenten kulminierte, in denen die Raumsonde New Horizons mit über 50.000 Kilometer pro Stunde an Pluto vorbeiraste, hat eine sehr lange Vorgeschichte. Dazu zählen nicht nur die rund neun Jahre Flugzeit seit dem Start der Sonde. Vielmehr reicht die Geschichte der Mission, die uns die ersten Nahaufnahmen des Zwergplaneten bescherte, noch deutlich weiter in die Vergangenheit zurück: Die ersten Ideen, ein Raumschiff zu Pluto zu schicken, stammen nämlich aus dem Jahr 1989. Ihnen folgten lange Jahre, in denen die Wissenschaftler die Sonde planten, konstruierten und testeten.

Diese Zeit lässt eine aufwändige einstündige Dokumentation der US-Weltraumbehörde NASA nun Revue passieren. Ihre fünf Teile berichten über die Entdeckung Plutos ebenso wie über die Verlängerung der Mission, die nun noch weiter in den Kuiper-Gürtel vordringen soll. Herausgekommen ist nicht so sehr ein Film über Pluto, als ein Bericht, in dem vor allem Wissenschaftler und Techniker zu Wort kommen, begleitet von Bildmaterial aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. So können wir den Beteiligten quasi dabei zusehen, wie sie mit ihrer Arbeit durch die Zeit gehen und langsam älter werden, während die Raumsonde Gestalt annimmt und schließlich, 2006, auf ihren Weg geschickt wird. Ab dann symbolisiert ein Maskottchen den Zustand der Sonde: mal schlafend, mal mit Partyhut. Die zeitliche Dimension einer Raumsondenmission wird dem Zuschauer dabei ebenso deutlich wie die gewaltige räumliche Ausdehnung unseres Sonnensystems.

Sicher will sich die NASA mit dieser Dokumentation auch selbst feiern. Vor allem aber sind es die Menschen, die diesen Film interessant machen: Durch sie bekommt die Mission ein Gesicht – oder besser gesagt: viele Gesichter. Viel zu selten erfährt man nämlich, wer eigentlich hinter den Erfolgen (und manchmal auch Misserfolgen) in der unbemannten Raumfahrt steht. Doch erst der Einsatz dieser Menschen trägt dazu bei, dass wir immer mehr über das Universum und unseren Platz darin erfahren.

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