• Veröffentlicht: 03.03.2016
  • Auf SciViews seit: 03.03.2016
  • Sprache: englisch
  • Laufzeit:
    0:07:36
Chemie

Kurzlebige Neuzugänge

Zuwachs im Periodensystem: Der Chemiker Martyn Poliakoff erklärt, was es mit den Elementen 113, 115, 117 und 118 auf sich hat. Dummerweise ist das Periodensystem damit noch immer nicht komplett.

Von der SciViews-Autorin

Ein schrulliger britischer Chemiker in einem verrümpelten Büro erklärt uns die Elemente – das ist das Setting in den Filmen auf "Periodic Videos", einem der erfolgreichsten YouTube-Kanäle des australischen Filmemachers Brady Haran. Darüber hinaus spricht Sir Martyn Poliakoff mittlerweile auch über Moleküle und Materialien – denn mit über 500 Folgen sind die Grenzen des aktuellen Periodensystems längst erreicht.

Was des Physikers Nachweis von Gravitationswellen, ist des Chemikers Fund von neuen Elementen. Die vier, deren Entdeckung im Januar 2016 öffentlich gemacht wurde, komplettieren das bisher bekannte Periodensystem – zumindest dem ersten Anschein nach. Wissenschaftler aus Russland und Japan haben es nämlich endlich geschafft: Die 7. Reihe des Periodensystems der Elemente ist vollständig, und damit sind auch mal wieder sämtliche Fachbücher und -tafeln überholt.

Poliakoff stellt auf seinem Periodensystem-Laken die Neuentdeckungen vor und liefert gleich noch Namensvorschläge mit, denn bisher sind die Elemente 113, 115, 117 und 118 ungetauft. Mit Plastikbällen erklärt er, wie man sie herstellt: Im Prinzip müssen nur leichtere Atome miteinander bombardiert werden, bis sie sich mehr oder minder zufällig zu einem neuen Atom verschmelzen.

Obwohl der mehrfach geadelte Professor der University of Nottingham durchaus verständlich erklärt und fachlich stets korrekt bleibt, verpasst er ein paar Möglichkeiten, mehr als nur das Offensichtliche zu berichten. So könnte er zum Beispiel näher darauf eingehen, warum die Neuzugänge nicht das Ende der Fahnenstange sind oder wozu man diese Forschung überhaupt braucht, wenn nahezu alle künstlich hergestellten Elemente doch innerhalb von Sekundenbruchteilen wieder zerfallen. Bei über sieben Minuten Filmlänge hätte man den Fokus schon ein wenig anders legen können. Aber unterhaltsam ist der Mann allemal.

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