• Veröffentlicht: 29.04.2013
  • Auf SciViews seit: 25.09.2013
  • Sprache: englisch
  • Untertitel:
    deutsch
  • Laufzeit:
    0:25:53
Neurowissenschaft

Hardware für das Gehirn

Affen steuern mit Gedanken Roboterarme, Ratten kommunizieren telepathisch über Kontinente hinweg. In den Laboren von Miguel Nicolelis ist so etwas Realität – mit Hilfe von Elektroden, die ins Gehirn implantiert werden.

Aus der SciViews-Redaktion

Der brasilianische Neurowissenschaftler Miguel Nicolelis entwickelt mit seinem Team an der US-amerikanischen Duke University so genannte Gehirn-Computer-Schnittstellen. Mit ihnen wird die elektrische Aktivität eines Gehirns ausgelesen, analysiert und umgewandelt, etwa in Steuersignale für künstliche Extremitäten. In die Gehirne von Versuchstieren implantiert Nicolelis dazu eigens entwickelte Sensoren, mit denen die Forscher die Aktivität der Neurone messen können – drahtlos. Über eine Software werden diese Signale dann umgerechnet, wobei Hirn und Hardware wechselseitig voneinander lernen.

In diesem Videointerview spricht er mit Arvid Leyh, dem Chefredakteur von dasgehirn.info, auch über andere Aspekte seiner Forschungsarbeit. So gelang es dem Neurowissenschaftler kürzlich, Ratten mit einer Gehirn-Computer-Schnittstelle einen neuen Sinn zu verleihen: Sie konnten das für sie eigentlich unsichtbare Infrarotlicht zielsicher "erfühlen", weil Nicolelis ihr Gehirn an einen speziellen Sensor anschloss. Von einer weiteren, Aufsehen erregenden Arbeit berichtet der Forscher im Interview ebenfalls: von der Entwicklung einer Schnittstelle zwischen zwei Rattenhirnen, mit deren Hilfe zwei Tiere direkt interagieren und voneinander lernen konnten, ohne dass sie sich sahen – telepathisch, gewissermaßen. Ein erklärtes Ziel des Hirnforschers besteht darin, Menschen die Fähigkeit zu verleihen, ein robotisches Exoskelett steuern zu können. Doch bis dahin muss sein Team noch gewaltige technische Anstrengungen unternehmen.

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