• Veröffentlicht: 22.06.2015
  • Auf SciViews seit: 14.12.2015
  • Sprache: deutsch
  • Laufzeit:
    0:08:22
Pflanzenforschung

Gentechnik von innen betrachtet

Wer Gentechnik auf Pflanzen anwendet, muss seine Arbeit häufig verteidigen. Was sagen junge Pflanzenforscher dazu?

Von der SciViews-Autorin

Stell dir vor, du entwickelst mit Leidenschaft Lösungen, die das Leben von Menschen verbessern sollen – und erntest dafür vor allem Kritik. So geht es häufig Pflanzenzüchtern, die mit gentechnischen Methoden arbeiten. Im Film, der vom Verein Forum Bio- und Gentechnologie e.V. für die Webseite transgen.de produziert wurde, kommen junge Forscher zu Wort, die sich in genau dieser Situation befinden. Sie erzählen von ihrer Arbeit und von den kritischen Argumenten, denen sie sich stellen müssen. Dabei treten sie überzeugend und mitreißend auf – vielleicht auch, weil sie sich dank ihres Alters noch nicht lange in diesem Umfeld bewegen und gegen Kritiker noch nicht abgestumpft sind.

Die etwas trockene Optik des Films machen knackige Statements der jungen Wissenschaftler wieder wett, und in der kurzen Einleitung fallen die richtigen Buzzwords, um auf die Perspektive der Forscher aufmerksam zu machen. So fällt es leicht, sich in ihre Situation hineinzuversetzen: Mit ihrer Forschung versuchen sie beispielsweise, Pflanzenkrankheiten auszumerzen und Ernteerträge zu steigern. So wollen sie einen Beitrag zur Verbesserung der Welt leisten, indem sie unter anderem Ernährungsprobleme lindern helfen.

Leider sind die ausführlicheren Statements, die auf die Einleitung folgen, weniger pointiert. Dort beschreiben die Forscher ihre jeweiligen Projekte und deren mögliche praktische Anwendungen. Konkrete Kritik, die sie einstecken müssen, nennen sie nicht. Vielmehr bleibt es bei generellen Statements und bei Wünschen an die Gesellschaft für den Umgang mit ihrer Forschung. Dass der Film auch keine wirklich kritischen Forschungsbeispiele wählt, liegt sicherlich am Auftraggeber. TransGEN versteht sich als Informationsportal für Gentechnik in der Landwirtschaft, bewegt sich dabei aber tendenziell eher industrienah als -fern.

Zu sagen bleibt, dass es nicht die Forscher sind, die für den Missbrauch ihrer Ergebnisse verurteilt werden sollten. Vielmehr ist es die Frage, ob bestimmte wissenschaftliche Methoden industriellen Zwecken dienen sollen, die im Zweifelsfall beantwortet werden muss. Darauf haben aber gerade junge Forscher selten einen Einfluss. Insofern leistet der Film eine sehenswerte Sicht auf die Verteidigungshaltung, die Pflanzenzüchter häufig einnehmen müssen. Ein bisschen mehr Mut hätte ihm allerdings gut getan.

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