• Veröffentlicht: 05.09.2012
  • Auf SciViews seit: 15.03.2016
  • Sprache: englisch
  • Untertitel:
    englisch
  • Laufzeit:
    0:02:30
Genetik

Der Code des Lebens

Ein Video des Scientific American erläutert grundlegende Begriffe der Genetik. Leider steckt es voller größerer und kleinerer Schnitzer.

Vom SciViews-Autor

Ein wenig schläfrig wirken die Erklärungen von Eric Olson: Der Video-Redakteur des Scientific American erläutert in diesem kurzen Video den Aufbau der DNA und die verschiedenen Funktionsebenen der Gene. Der Film ist Teil einer Serie namens Instant Egghead, die laut Angaben auf der Homepage auf "(hoffentlich) unterhaltsame Weise" die Grundlagen verschiedener Wissenschaften erklären will.

Olson begleitet den Zuschauer durch eine Reihe erklärender Comics und Animationen. Los geht es mit der Struktur der DNA. Diese bestehe unter anderem aus einem "Zucker-Rückgrat". Etwas genauer wäre: Es handelt sich um ein Zucker-Phosphat-Rückgrat, weshalb Phosphor ein wichtiger Bestandteil der Nahrung ist. Und dann schon folgt der erste Schnitzer: Die "vier Moleküle unterschiedlicher Art" der DNA heißen in Wahrheit Basen, nicht Nukleotide! Ein Nukleotid ist die vollständige Einheit aus Zucker, Phosphat und Base.

Weiter geht es mit der Funktion der DNA. Auch hier scheint Herr Olson etwas durcheinander zu bringen: Nicht die Sequenz der Nukleotide, sondern die "Basen-Sequenz" wird im Zellkern abgelesen. Gedankliche Mühen erspart er dem Zuschauer, indem er den Begriff der RNA ganz auslässt. Stattdessen spricht er nur von einem "Template", einer Vorlage, aus der ein entsprechendes Protein gebildet wird.

Als letztes widmet sich Olson den Genen. Gut stellt er deren Kontrolle dar – sie tragen nämlich tatsächlich auch Abschnitte, die das Ablesen erlauben und solche, die es stoppen. Doch dann unterläuft ihm ein krasser Fehler: Unsere Zellen schneiden keine DNA aus ihrem eigenen Genom heraus; das wäre fatal! Es ist die RNA, die editiert wird, um verschiedene Proteine aus einem einzigen Gen herstellen zu können.

Auch die angedeutete Laborumgebung, in der Olson steht, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er von der Materie nicht viel versteht. Wer sich die Selbstbeschreibung der Instant Egghead-Seite anschaut, erkennt schnell, warum er das auch nicht musste. Und vielleicht auch, warum er so schläfrig war: Er hat alles vom Teleprompter abgelesen.

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