• Veröffentlicht: 09.05.2016
  • Auf SciViews seit: 22.06.2016
  • Sprache: englisch
  • Untertitel:
    englisch
  • Laufzeit:
    0:04:11
Kosmologie

Das Nachglimmen des Urknalls

Rauschen im Radioempfänger: Ein Video führt auf gelungene Weise in die kosmische Hintergrundstrahlung ein.

Vom SciViews-Autor

Als die beiden Radioastronomen Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson im Jahr 1964 ein seltsames Rauschen in ihren Geräten vernahmen, hielten sie es zunächst nur für eine Störung. Sie reinigten sogar ihre großen Empfangsantennen von Taubennestern – doch das Signal blieb unverändert. Erst als ein Freund die beiden auf eine kürzlich erschienene theoretische Studie aufmerksam machte, realisierten sie, dass sie gerade die kosmische Hintergrundstrahlung entdeckt hatten. Dafür erhielten sie 1978 den Nobelpreis in Physik.

Diese Hintergrundstrahlung stammt aus der Zeit kurz nach dem Urknall, als alle Materie noch auf sehr viel kleinerem Raum zusammengedrängt und sehr heiß war. Bis heute hat sich das Universum sehr viel weiter ausgedehnt und ist dabei abgekühlt. Die Temperatur der Hintergrundstrahlung entspricht deshalb nicht mehr mehreren Tausend Grad, sondern liegt nur noch knapp über dem absoluten Temperatur-Nullpunkt.

Das Video auf dem YouTube-Kanal "It's okay to be smart" des US-amerikanischen Biologen Joe Hanson erzählt nicht nur die Geschichte dieser überraschenden Entdeckung, sondern erläutert auch die physikalischen Grundlagen sehr anschaulich. Dabei nutzen die Macher des Clips auch historisches Bildmaterial aus den 1960er Jahren, als Elektronik noch nicht "mikro", sondern raumfüllend war. Abgesehen vom Charme der alten Aufzeichnungen überzeugt das Video auch mit gekonnt eingesetzten Animationen und Grafiken. Joe Hanson findet zudem eingängige sprachliche Bilder.

Auch wenn einige Anspielungen im Video – etwa zum frühen Universum – sich einem Laien nicht so einfach erschließen dürften, fasst der Clip dennoch die zentralen Punkte gut zusammen. Insgesamt eine sehr gelungene und kurzweilige Einführung in das Thema, die dank des Archivmaterials auch für Experten mehr als sehenswert ist.

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