• Veröffentlicht: 27.10.2015
  • Auf SciViews seit: 14.12.2015
  • Sprache: englisch
  • Laufzeit:
    0:07:29
Grundlagenforschung

Am Anfang war die Ursuppe

Wie ist das Leben in die Welt gekommen? 1951 ging der Student Stanley Miller dieser Frage mit einem einfachen Experiment nach.

Von der SciViews-Autorin

Insekten und andere Kleintiere entstehen im Schlamm – so war es jedenfalls noch in der Antike und im Mittelalter die gängige Auffassung. Erst Ende des 19. Jahrhunderts proklamierte der Chemiker Louis Pasteur: "Alles Leben entsteht aus Leben." Nur – wie war das Leben überhaupt in die Welt gekommen?

Statt in dieser Frage über Theorien und Möglichkeiten zu spekulieren, machte der Student Stanley Miller 1951 Nägel mit Köpfen. Unter der Anleitung seines Mentors Harold Urey entwickelte er in einem Labor der University of Chicago einen Versuch, der die Zustände auf unserer Erde vor Milliarden von Jahren nachahmen sollte. Die genaue Zusammensetzung der Ursuppe war beiden allerdings unbekannt. Trotzdem: Nach wenigen Tagen schon fanden sich einfache Aminosäuren in dem Gemisch. Eine Sensation! Schließlich sind Aminosäuren die Grundbausteine von Proteinen, die wiederum für Organismen als Werkzeuge dienen, um weitere Bausteine des Lebens herzustellen.

Aber ist das schon die hinreichende Antwort darauf, wie Leben auf unserem Planeten entstanden ist? Eher nicht: Hier geht es bei aller Liebe doch nur um die Entstehung organischer Verbindungen. Für Zellen und noch komplexere Organismen braucht es allerdings unter anderem noch Membranen und DNA. Das Miller-Urey-Experiment liefert aber eine Erklärung dafür, wie die ersten Schritte auf dem Weg dorthin ausgesehen haben könnten.

Das sehenswerte Video von Stated Clearly, einem von dem Künstler Jon Perry gegründeten Projekt, um wissenschaftliche Erkenntnisse unters Volk zu bringen, lässt auch diesen zentralen Kritikpunkt nicht aus. Ansprechende Illustrationen erläutern die Zusammenhänge, ohne vom Inhalt abzulenken. Alles in allem ein schönes Erklärvideo zu einem spannenden Versuch, das den Zuschauer weder durch Komplexität noch Drögheit abhängt.

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