Diese Seite wird bereitgestellt von: Universität Innsbruck
  • Veröffentlicht: 06.04.2017
  • Auf SciViews seit: 07.04.2017
  • Sprache: deutsch
  • Laufzeit:
    0:05:17
Datierung

Einzelhaft für Elektronen

Wenn sich archäologische Funde nur schwer zeitlich einordnen lassen, können Forscher der Universität Innsbruck mit Hilfe der Lumineszenz-Datierung oft helfen.

Hand- und Fußabdrücke aus der Zeit der ersten menschlichen Besiedlung etwa von Tibet sind für Archäologen eine Sensation. Doch was, wenn sie sich nicht genauer datieren lassen?

Michael Meyer und sein Team vom Institut für Geologie an der Uni Innsbruck können dabei oft helfen. Mit der Lumineszenz-Datierung blicken sie Zehntausende Jahre in die Vergangenheit.

Dazu messen sie Licht, das von Gesteinsproben abgegeben wird. Das Prinzip dahinter: Gesteine wie etwa Quarze sind im Lauf der Zeit natürlicher radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Dadurch werden manche Elektronen in den Quarzkristallen energetisch angehoben, um schließlich für lange Zeit in "Elektronenfallen" im Gitter gefangen zu bleiben.

Wenn die Forscher die Kristalle nun aber gezielt beleuchten, gewinnen die Elektronen genug Energie, um die Fallen wieder zu verlassen und anschließend wieder in ihren Grundzustand zurückkehren – wobei sie Licht emittieren, dessen Energie proportional zum Alter des Gesteins ist.

Die Spezialität der Innsbrucker Wissenschaftler ist die energetische Stimulation einzelner Quarzkörner mit Hilfe eines Lasers und die gleichzeitige Messung des von ihnen abgestrahlten Lichts. Vor allem auf eines müssen sie dabei achten: Ihre Proben dürfen weder bei der Bergung noch im Labor gewöhnlichem Licht ausgesetzt werden – denn auch das reicht schon aus, um die Elektronen aus ihrer Jahrtausende langen Einzelhaft zu befreien.

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