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  • Veröffentlicht: 27.05.2014
  • Auf SciViews seit: 08.03.2015
  • Sprache: deutsch
  • Laufzeit:
    0:02:36
Neutronen

Überraschungen unter einem Tizian-Gemälde

Was verbirgt das "Mädchen mit Fruchtschale"?

Mit Neutronen blicken Forscher am HZB auch unter die oberen Farbschichten von alten Gemälden. Denn viele Künstler haben frühere Entwürfe mehrfach übermalt. Mit den Kunsthistorikern von der Gemäldegalerie Berlin besteht seit vielen Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit. Die Untersuchung des Tizian-Gemäldes "Mädchen mit Fruchtschale" hat gleich zwei überraschende Ergebnisse gebracht.

Das Instrument und die Methode
Die Neutronenautoradiographie ist eine technisch aufwändige, aber äußerst effektive Methode zur Untersuchung von Gemälden. Die besonderen Vorteile: Zum einen kommt die Methode ohne Probenentnahme aus, und zum anderen gibt sie ein Abbild der ganzen Bildfläche wieder. Das Prinzip: Die zu untersuchenden Gemälde werden mit Neutronen bestrahlt. Dabei treten die Atomkerne der chemischen Elemente, aus denen die Farbpigmente bestehen, mit den Neutronen in Wechselwirkung. Als Folge werden Neutronen in einen Atomkern der Farbpigmente eingebaut. Dieser wird radioaktiv, zerfällt und sendet dabei Strahlung aus. Auf einem Röntgenfilm wird die Strahlung aufgefangen, wobei sie die typische Schwärzung des Films verursacht. Je nach im Farbpigment enthaltenem chemischen Element ist die Halbwertszeit des radioaktiven Zerfalls verschieden. Dadurch werden die Farbschichten auf einer Serie von nacheinander aufgelegten Filmen sichtbar. Abhängig von der Größe des Gemäldes dauert das Verfahren mehrere Wochen oder sogar Monate.

Das Verfahren der Neutronenautoradiographie



Erfahren Sie mehr über die Gemäldeforschung am HZB.

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