Diese Seite wird bereitgestellt von: Falling Walls
  • Veröffentlicht: 19.11.2014
  • Auf SciViews seit: 27.11.2015
  • Sprache: englisch
  • Laufzeit:
    0:13:50
Falling Walls 2014

Vermächtnis eines alten Verwandten

Dank moderner Sequenziertechniken ist es heute leichter möglich, Blicke in die Frühgeschichte des Homo sapiens zu werfen. Der Anthropologe Svante Pääbo berichtet auf der Falling-Walls-Konferenz, welche Spuren der Neandertaler im Genom des modernen Menschen hinterlassen hat.

Es war ein winzig kleines Stück Knochen, nicht mal so groß wie ein Fingernagel, der für Anthropologen bahnbrechende Erkenntnisse bereit hielt. Das Stück gehörte laut DNA-Analyse einer bis dahin unbekannten Menschenart, den Denisova-Menschen, die vor rund 40 000 Jahren im sibirischen Altai-Gebirge gelebt hatten. Mit dieser Erkenntnis konnten der Anthropologe Svante Pääbo am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und sein Team der Stammesgeschichte des Menschen ein weiteres Puzzleteil hinzufügen. Ermöglicht hatte dies ein methodisches Kunststück, das Pääbo seit den 1980er Jahren weiterentwickelt: die Gewinnung von DNA aus mumifiziertem oder fossilem Material.

Auf der Falling-Walls-Konferenz in Berlin zeichnet Pääbo den Werdegang des modernen Menschen nach und berichtet von seinen eigenen Entdeckungen. 2010 gelangen ihm und seinem Team die Sensation: Erstmals konnten sie den Entwurf des Neandertaler-Genoms präsentieren, bevor 2014 das komplette Genom folgte. Für uns als modernen Menschen hält das einige Überraschungen bereit: So zeigt sich, dass bestimmte Bereiche der Neandertaler-DNA auch in der von Homo sapiens auftauchen.

Svante Pääbo gilt heute als Begründer der Paläogenetik.

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