Diese Seite wird bereitgestellt von: Alexander von Humboldt-Stiftung
  • Veröffentlicht: 28.04.2017
  • Auf SciViews seit: 28.04.2017
  • Sprache: deutsch
  • Laufzeit:
    0:06:14
Mikrobiologie

Humboldt-Professor Angenent: Mit Bakterien Treibstoff herstellen

Mikroben könnten eine wichtige Rolle für die Energieproduktion der Zukunft spielen. Largus T. Angenent treibt diesen Forschungszweig an der Universität Tübingen voran.

Die Hoffnungsträger sind winzig klein und leben in komplexen Gemeinschaften: Bakterien spielen eine Schlüsselrolle bei der Gasfermentation, einer wichtigen Quelle für die saubere Energie der Zukunft. Wie Bakterien zur Synthese von Treibstoffen und Chemikalien optimiert und eingesetzt werden, erforscht Largus Angenent. Der international führende Bioverfahrenstechniker hat die Grundlagen seiner jüngsten Arbeiten selbst erforscht, indem er die Zusammensetzung und das Zusammenspiel von Mikrobengemeinschaften beispielsweise in der Luft von Krankenhäusern oder in Fermentierungsanlagen analysierte. Diese Erkenntnisse setzt er erfolgreich in Anwendungen um, etwa mit seiner eigenen Firma, in der Mikroben zur Speicherung von Wasserstoff und Kohlendioxid in Form von Methan entwickelt und optimiert werden. An der Universität Tübingen soll Angenent am Zentrum für Angewandte Geowissenschaften Impulse für die Entwicklung neuer Technologien geben und mit Kollegen aus benachbarten Disziplinen wie beispielsweise am Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin die Analyse von Mikrobiomen vorantreiben. Er soll so dazu beitragen, dass die in Deutschland starke Grundlagenforschung auf diesem Gebiet auch in der Anwendung internationale Spitze wird.

Alexander von Humboldt-Professuren

Die Alexander von Humboldt-Professuren sind Deutschlands höchstdotierte Forschungspreise. Am 16. Mai 2017 zeichnet die Humboldt-Stiftung wieder führende, bisher im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen aus. Die Preisträger wurden von deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nominiert und sollen nun dort Teams und Strukturen aufbauen, die weltweit konkurrenzfähig sind. Die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Ausland erhalten jeweils bis zu fünf Millionen Euro.

Prof. Dr. Largus T. Angenent

*geboren 1969 in den Niederlanden, ist seit 2015 Full Professor am Department of Biological and Environmental Engineering an der Cornell University, Ithaca, USA. Largus T. Angenent wechselte nach dem Studium in Wageningen, Niederlande, an die Iowa State University in den USA, wo er promoviert wurde. Nach weiteren Stationen an verschiedenen Universtäten wurde er 2002 Assistant Professor im Department of Energy, Environmental & Chemical Engineering an der Washington University in St. Louis, 2008 Associate Professor am Department of Biological and Environmental Engineering der Cornell University. Als Visiting Professor war er 2014 zudem an der Universiteit Gent in Belgien tätig. Angenent erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen: 2007 wurde er mit dem NSF CAREER Award ausgezeichnet, 2008 Kavli Fellow der U.S. National Science Foundation. Im April 2017 trat er seine Humboldt-Professur an der Eberhard Karls Universität Tübingen an.

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Kommentare

#1 Wir leben auf einer Insel.

Schöne Sätze. Deutschland ist eines "der wenigen Länder, die ernsthaft über einer Energiewende nachdenken." Und Angenent kommt deshalb von den USA wieder nach Deutschland, weil er in einer Gesellschaft leben will, die Interesse an dieser Technik hat. Naja, und wegen der fünf Millionen. Aber trotzdem

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